Sensorische Integration
Was heißt überhaupt Wahrnehmung?
Wahrnehmung ist ein dauernder Prozess, der schon im Mutterleib beginnt und dem Menschen Auskunft über seine Umwelt und sich selbst gibt. Noch vor der Geburt entwickeln sich das Berührungsempfinden ( taktile System), das System, das Informationen über Zug, Druck, Gliederstellungen und Bewegungen gibt (propriozeptives System) und der Gleichgewichtssinn ( vestibuläres System).
Auf diesen drei Sinnen baut die gesunde Weiterentwicklung des Kindes auf, man nennt sie daher Basis-Sinnessysteme.
Für eine gesunde Wahrnehmung brauchen wir unendlich viele verschiedene Reize, intakte Sinnesorgane (Augen, Ohren, Zunge, Nase), Nervenbahnen und eine gut funktionierende sensorische Integration.
Sensorische Integration heißt: das Gehirn nimmt Informationen von den Sinnen auf, sortiert aus, koordiniert und verarbeitet diese, so dass es zu einer angepassten Reaktion kommen kann.
Therapieansatz
Bei der Therapie geht es nicht darum, diese Symptome anzugehen, sondern die Hirnfunktionsstörung selbst. Es ist darum auch sinnlos, genau die Dinge zu üben, die dem Kind Mühe bereiten: z.B. statt mit einem Kind, das Probleme in der Grammatik hat, dauernd die grammatikalischen Einheiten (Satzbau) zu üben, beachten / kontrollieren wir die Vorstufe dieser Fähigkeiten und arbeiten aufbauend an diesen Problemen.
Das
Kind hat das Gefühl für seinen Körper und dessen Ausdehnung
(Körperschema) noch nicht genügend entwickelt und braucht dort
die Förderung, um nachher die richtigen grammatikalischen Funktionen
zu verwenden.
Bei der Sensorischen Integrationstherapie (nach Jean Ayres) werden dem Kind bestimmte Stimuli in einer bewusst gestalteten Umwelt angeboten ( z.B. propriozeptiver Reize beim Kriechen durch eine enge Röhre). Dies soll die Organisation des Gehirns verbessern und es dem Kind erleichtern, sich zurechtzufinden.
Dabei spielen Reize auf die drei Basissinne eine große Rolle. Das Kind muss bestimmte Entwicklungsschritte, durch diese Sinneserfahrungen vervollständigen. Es ist darum wichtig, mit der Therapie auf der Ebene, auf der sich das Kind befindet, einzusteigen. Hat es genügend Erfahrungen gesammelt, macht es den nächsten Entwicklungsschritt, aus einem natürlichen Drang heraus, von selbst.
Therapeutinnen und Eltern können dazu beitragen, indem sie eine sinn-volle und einladende Atmosphäre für das Kind schaffen.

